Mittwoch, 12. März 2008

Nachhaltigkeit in der Schule / Vandon Wo. 11

Welche Impulse gibt mir dieser Artikel für meinen zukünftigen Unterricht?

Der Unterricht mit der Agenda 21 bedient sich der Emotionen, welche als Bilder um die Welt kursieren. Emotionen wecken in diesem Moment Betroffenheit und Betroffenheit weckt Interesse. In diesem Sinne gilt das Interesse als intrinsischer Motivator zu verstehen. Es geht um die Realität und nicht nur um Facts aus Büchern. Deshalb ist die Arbeit mit der Agenda 21 ein Medium, welches den Kindern vermittelt, dass es dabei um sie selbst geht; nicht um Geschichte oder Geografie, sondern um ihre Zukunft und um das Bilden einer persönlichen Meinung und Urteilsfähigkeit.
Die Kinderagenda zeigt mir auf, dass es sehr wohl möglich ist „Erwachsenenthemen“ mit Kindern zu bearbeiten – es kommt eben darauf an, wie die Materialien aufgemacht werden und die Inhalte erarbeitet werden.
Interessant habe ich den Abschnitt gefunden, bei dem es darum ging, die behandelten Themen in die Öffentlichkeit hinauszutragen – sprich, einen Stand oder ein Schaufenster im Kaufhaus zu unterhalten. Die Kinder arbeiten nicht nur für die Sache sondern für die Bevölkerung und erfahren sich dabei als wirksam. Dennoch bezweifle ich, dass dies von langfristigem Erfolg gekrönt sein wird, da Konsumtempel doch eher zum Einkaufen gedacht sind als für das „Sich-Einlassen-auf-Weltthematiken“. Die Menschen wollen konsumieren und nicht produzieren.
Wohl eher stimme ich dem zu, dass das Schulhaus zum „Ort der Nachhaltigkeit“ werden soll. Diesen Gedanken sollte ich womöglich noch etwas weiter ausführen: Das Schulhaus selbst könnte als Informationsplattform für die Öffentlichkeit dienen. Periodisch liessen sich im Schulhaus Informationsveranstaltungen oder -tage unter einem bestimmten Motto durch die Schülerschaft durchführen, welche der breiten Öffentlichkeit zugänglich wären. Von den Medien getragen, würden diese Veranstaltungen schnell publik werden; nach dem Motto: „Schaut rein und seht, wofür wir uns (Lernende) interessieren und was wir euch zu sagen haben“.


Was werde ich als erstes in meinem zukünftigen Berufsfeld umsetzen?

Als realistisch empfinde ich es, dass die Agenda nach einer einmaligen Einführung ein Mal pro Woche, kurz aber prägnant, zur Hand genommen wird und mit einem Thema aus den Medien konfrontiert wird. Welche Themen aus den Medien betreffen die Agenda? Welche Bereiche werden angesprochen und wie entwickeln sich die Dinge in Zukunft? Durch die wöchentliche Auseinandersetzung im Sinne der Nachhaltigkeit werden die Kinder in ihrem Denken in Bezug auf die Nachhaltigkeit sensibilisiert, so dass sie in jedem Aspekt der Realität eine potenzielle Verbesserung sehen können, was sie dazu anregen „könnte“ ihr Verhalten zu ändern und für neue „nachhaltige“ Ziele einzustehen. In diesem Sinne würden die Kinder nicht einfach nur Nachhaltigkeit als Begriff lernen, sondern die Nachhaltigkeit in ihr Leben integrieren.

Nachhaltigkeit und Schule

Der sehr ausführliche Artikel von Otto Herz (siehe Posting mit dem Wochenimpuls) listet viele Ideen, wie eine "Agenda-Schule" aussehen könnte.

Ohne gleich die ganze Schule umbauen zu müssen. kann man auch schon im Unterricht selbst beginnen. Etwas, das ich persönlich sicher umsetzen werde, ist, dass die Themen (voraussichtlich vor allem die in M+U) auch aus Sicht der Agenda 21 beleuchtet werden.

Die Fragen, die sich der Autor dabei für den Unterricht vorstellt, sind folgende:

  • Was war und ist diesbezüglich geschehen zur gleichen Zeit in anderen Regionen der Welt?
  • Was werden die Folgen des Handelns und des Nicht-Handelns sein zukünftig im Blick auf die verschiedenen Regionen der Welt?
  • Wie verträgt sich dies jeweils mit dem Anspruch der globalen Gerechtigkeit?

Um auch konkret zu handeln und das Ganze nicht zur Farce verkommen zu lassen, muss natürlich auch in der Schule selbst etwas getan werden. Das könnte man durchaus als klassen- und fächerübergreifendes Projekt aufgleisen. Die Frage wäre: "Wo können wir selbst als Schule nachhaltiger, im Sinne der Agenda 21, handeln?".
Verschiedene "Fachgruppen" könnten Ideen und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten sammeln, danach präsentieren und am besten auch umsetzen.

Die Ideen der Agenda, der Kinder und der Lehrpersonen und die Projekte im Schulhaus sollten einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Einerseits hat man so einen grösseren Ansporn (wer will schon vor die Öffentlichkeit treten und mitteilen, dass alle vorgenommen Massnahmen gescheitert sind), andererseits wird so das Bewusstsein ausserschulischer Personen für das Problem geweckt, so dass die Wirkung noch grösser wird.

Man kann sich also vieles vorstellen. Ich hoffe und wünsche mir, dass wir Lehrer und Lehrerinnen auch diesen Teil unserer Verantwortung wahrnehmen und den Kindern etwas mitgeben können.


Anmerkung: Der Text ist meiner Meinung nach sehr schwer verständlich und kompliziert, ich habe ihn nur grob überflogen. Ich frage mich, wer einen solchen Text freiwillig liest. Um auf ein Thema aufmerksam zu machen und etwas zu bewegen, braucht es kurze, prägnante, anschauliche und gut designte Informationen!

Kritik: Nachhaltigkeit des Themas Nachhaltigkeit?

Bevor ich zum "Auftrag" komme einige Gedanken:

Ich muss bei mir feststellen, dass das Thema der "Nachhaltigkeit" für mich schon massiv an Interessantheit verloren hat. Nicht, dass mich das Thema nicht grundsätzlich beschäftigen würde, aber es kann auch zu viel werden. Und dieses Stadium habe ich wohl schon erreicht. Habe ich nun keine Ausdauer? Wahrscheinlich.

Das ist wohl das Problem des "Verleidens", wenn man sich immer wieder mit etwas beschäftigen muss. Ich verstehe das - Schule (und Studium) funktioniert so, man kann nicht immer machen, was einem gerade selbst interessiert oder beschäftigt.

Nur zerstört das Müssen allzu oft die Begeisterung, so geschehen bei den unzähligen (eigentlich sehr guten) Büchern, die man im Verlaufe der Schulzeit lesen muss, und die man deswegen später nie mehr anfassen möchte.

Nachhaltigkeit - an sich sicher sehr wichtig. Aber wie nachhaltig ist eine so ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema?