Mittwoch, 12. März 2008

Kritik: Nachhaltigkeit des Themas Nachhaltigkeit?

Bevor ich zum "Auftrag" komme einige Gedanken:

Ich muss bei mir feststellen, dass das Thema der "Nachhaltigkeit" für mich schon massiv an Interessantheit verloren hat. Nicht, dass mich das Thema nicht grundsätzlich beschäftigen würde, aber es kann auch zu viel werden. Und dieses Stadium habe ich wohl schon erreicht. Habe ich nun keine Ausdauer? Wahrscheinlich.

Das ist wohl das Problem des "Verleidens", wenn man sich immer wieder mit etwas beschäftigen muss. Ich verstehe das - Schule (und Studium) funktioniert so, man kann nicht immer machen, was einem gerade selbst interessiert oder beschäftigt.

Nur zerstört das Müssen allzu oft die Begeisterung, so geschehen bei den unzähligen (eigentlich sehr guten) Büchern, die man im Verlaufe der Schulzeit lesen muss, und die man deswegen später nie mehr anfassen möchte.

Nachhaltigkeit - an sich sicher sehr wichtig. Aber wie nachhaltig ist eine so ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema?

4 Kommentare:

Gamada hat gesagt…

Müssen zerstört allzu oft die Begeisterung (Dome)
Ich finde du hast mit diesem Satz genau ins Schwarze getroffen.
Es ist eine Phänomen, dass man sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen immer wieder beobachten kann. Wenn wir gezwungen werden, uns mit etwas auseinanderzusetzen, verliert die Sache völlig an Begeisterung und Interesse. Ich habe kürzlich mit einer freischaffenden Künstlerin darüber geredet. Auch sie ist auf Geld angewiesen. Sie verdient ihr Geld mit ihrer Kreativität, mit ihren Zeichnungen. Und einst war das Zeichnen ihre Freizeitbeschäftigung, die ihr einfach Freude bereitete. Jetzt ist es aber schon so weit gekommen, dass diese Zeichnungen zu ihrem Lebensunterhalt geworden sind. Sie ist abhängig geworden von ihrem Hobby oder anders gesagt: Sie wird gezwungen, etwas Freiwilliges auszuüben. Das tönt irgendwie paradox. Aber eigentlich ist es nur ein Beispiel dafür, dass die Unfreiheit uns zu Missmut treibt und unseren Antrieb aufhaltet.

Wenn wir jetzt unsere Kinder immer wieder mit dem Thema Nachhaltigkeit konfrontieren und sie zwingen, Arbeiten darüber zu schreiben, könnte vielleicht der Fall eintreten, dass sie auch einen solchen Missmut entwickeln.
Und wenn man genau betrachtet, was gerade mit uns Studenten gemacht wird, findet man die exakte Parallele dazu. Wir werden gezwungen, jede Woche einen Eintrag zum Thema Nachhaltigkeit abzugeben, obwohl wir vielleicht nicht immer in Stimmung dazu sind. Welche Konsequenzen das hat, kann man ja oben nachlesen...

Dominik's Blog hat gesagt…

Interessant, was du über die freischaffende Künstlerin schreibst!

Die Frage stellt sich natürlich, was das nun für die Schule allgemein bedeutet. Würde man die Idee weiterspannen, käme man ja zum Schluss, dass die Schule, so wie sie heute funktioniert, nicht gerade sinnvoll ist.
Denn bei uns in der Schule _müssen_ die Kinder, sie haben häufig keine Wahl.

Ist es nun möglich, eine Wahlfreiheit auch in der Schule zu ermöglichen und somit die Begeisterung (und schlussendlich auch den Lerneffekt) beizubehalten? Würde dies einem kompletten Umbau unserer Schule gleichkommen?

Oder gibt es eine andere Lösung?

Linzi hat gesagt…

...und schon sind wir beim Problem der Schule.
In der ersten Lektion dieses Nachhaltigkeitsmoduls haben wir Texte von Kindern gelesen. Das Thema, zu welchem die Kinder schreiben mussten, war: "Was ich der Welt sagen möchte". Die Kinder haben lauter Dinge geschrieben, die mit der Umwelt und der Armut auf dieser Welt zu tun haben. Ich bin mir jedoch sicher, dass die Kinder diese Dinge geschrieben haben, weil es von ihnen so erwartet wurde. Sie wissen, dass diese Umwelt- und Armutsprobleme schlimm sind, weil die Erwachsenen davon reden. Aber sind wir mal ehrlich: Betrifft und interessiert diese Thematik die Kinder wirklich? Auf diesen Blogs habe ich schon oft gelesen, dass wir selber ja nicht wirklich betroffen sind und deshalb auch nicht immer nachhaltig handeln, wie sollen denn die Kinder danach handeln? Ich sage nicht, man sollte den Kindern diese Thematik vorenthalten, im Gegenteil, es ist gut, wenn sie davon wissen. Wir sollten sie jedoch nicht zwingen, Texte darüber zu schreiben, ich glaube nicht, dass das etwas nützt. Genauso wenig wie ich glaube, dass uns Studierende diese Bloggerei viel nützt.

Um auf deine (Dome) Frage zum Umbau der Schule zu kommen: Für mich ist schon lange klar, dass genau dieser Umbau der Schule stattfinden muss. Genau aus diesen Fragen und Überlegungen, die du formuliert hast, heraus. Wenn es jemanden näher interessiert, wie ich mir das vorstelle: Meine Diplomarbeit lesen :-)

netopia hat gesagt…

Nach dieser Kritik habe ich gesucht. Auch mir ist diese ständige aufgedrängte Auseinandersetzung mit dem gleichen Thema, das eh schon an jedem Ecken thematisiert wird, grünlich verleidet. Genau dieses Müssen, sollte nicht sein. Speziell in Hinblick auf den Unterricht mit Kindern. Ich denke ein Projekt, wo handelndes Lernen gefragt ist, wäre weit aus sinnvoller und interessanter gewesen. Die Dozenten vergessen immer wieder, dass wir Lernende (Schüler) sind, obwohl sie uns sonst als solche betrachten und behandeln. Auch wir möchten abwechslungsreichen Unterricht, handelndes und nachhaltiges Lernen. Wer weiss, vielleicht ändert dies ja eines Tages...