Montag, 3. März 2008

Vernetzungen entdecken / Vandon Wo. 10

Im Normalfall schlinge ich schnell mal ein Pfund Brot am Tag runter. So auch heute Mittag, als ich im Restaurant zum Menüsalat locker mal 3 Scheiben Brot verdrückt habe. Da die Tortellini an einer exquisite Rahmsauce angerichtet waren, konnte ich die Sauce natürlich nicht einfach so zurückgeben und tupfte sie mit weiteren 2 Scheiben Brot auf. So hatte ich am Mittag "mal schnell" 5 Scheiben Brot verdrückt. Doch wie kam es dazu?
Auf dem Feld werden die Äcker mit schweren Landmaschinen bewirtschaftet und der Boden für die bevorstehende Saatzeit bearbeitet. Nach der Saat werden in der Regel die Weizen noch gespritzt und gedüngt, dass sie auch möglichst viel Ertrag abwerfen. Nach der Ernte gelangen die Weizen in die Mühlen und werden dort abgepackt - natürlich nach verschiedenen Körnungsgraden, da heute von einem Bäcker ja verlangt wird, dass er mindestens - ich schätze mal - 15 Sorten Brot anbietet. Wie dem auch sei. Für die 5 Scheiben Brot, die ich heute Mittag ohne grosses Bewusstsein gegessen habe, danke ich vor allem dem Bäcker, der heute Morgen um 4 Uhr den Teig hergestellt hat und natürlich auch den Maschinen, welche den Teig geknetet haben und das Brot gebacken haben. Nicht zu vergessen: die Brotschneidemaschine hat auch ihren Beitrag geleistet...

"Wieviel Pestizide ich wohl heute Mittag gegessen habe, frage ich mich, denn bis jetzt muss auf dem Brotkörbli im Restaurant die Herkunft des Getreides noch nicht deklariert werden."

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja, auch das Brot ist heute einfach so eine Selbstverständlichkeit geworden. Wenn ich daran denke, dass meine Mutter nie ein Stück Brot in den Abfall werfen würde, sondern es eher noch unserem Hund zum Knabbern gibt, wird mir bewusst, wie wir heute mit Nahrungsmitteln und anderen Produkten ohne gross nachzudenken umgehen. Und wenn man bedenkt, dass häufig die Brotteige einfach in der Maschine zubereitet werden und der Bäcker vielleicht noch schaut, dass die Mischzahlen stimmen, dann ist der Genuss viel geringer... Macht man sich mal die Mühe, ein Brot selber zu machen, wird man sehr schnell den Unterschied zu industriell gefertigter Ware schmecken. Und überlegt sich vielleicht, wieviele Bäckereien es heute noch gibt, die wirklich ihren Betrieb um 4 Uhr in der Früh aufnehmen... Nichtsdestotrotz legt auch das Brot einen beachtlichen Weg zurück, bis es in unseren Mägen landet. Früher war dieser Weg sicher kürzer und das gegessene Brot gewiss gesünder, wenn wir die Pestizide bedenken. Wie lange es geht, bis die hergestellt sind, möchte ich gar nicht wissen...

Barbara Siegl LG05Gg

Schlumpf hat gesagt…

Vergleicht man den Weg eines Brotes mit dem einer Banane wird schnell klar, dass der Weg des Brotes wesentlich kürzer ist. Doch ich musste feststellen, dass auch der Weg, der ein Brot vom Feld bis zu mir auf den Tisch absolviert nicht gerade kurz ist. Stellt man sich nur mal vor, wie lange es überhaupt geht, bis das Korn geerntet werden kann. Ein Bauer muss es Pflanzen, im richtigen Moment ernten und dann noch von der Spreu trennen, damit es weiter zu Mehl verarbeitet werden kann. Dann beginnt die Arbeit des Bäckers die auch nicht gerade unspektakulär ist. Bin ich jedoch froh, dass ich nicht der Bäcker bzw. die Bäckerin bin, die morgens früh aufstehen muss, damit ich um 7 Uhr Brot fürs Frühstück habe!

Denise Dschulnigg LG 05Cg

Iglubauer hat gesagt…

Auch meine Mutter sagt immer: Hartes Brot ist nicht hart, kein Brot ist hart! Dabei denkt sie natürich an ihre Kindheit zurück. Wir nehmen heute vieles als Selbstverständlich hin. Dabei steckt ein riesiger Prozess dahinter. Interessant wäre es zu wissen, woher das Mehl stammt. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass dies aus dem Ausland hertransportiert wird. Wir sollten wieder zur Selbstversorgung umsteigen! :-)

Dominik's Blog hat gesagt…

Mein Grossvater hatte eine eigene Bäckerei, die er aufgebaut hatte und die geschlossen wurde, als er aufhörte zu arbeiten.

Ich kann mich noch ein wenig erinnern, was für ein tolles Erlebnis es war, in der Bäckerei meinem Grossvater zuzuschauen, wie er den Teig knetete und verschiedene Brote buk.

Ich weiss nicht, wie das heute ist, ob heute mehr Maschinen in Gebrauch sind, aber der Duft von frischem Brot am Morgen ist immer noch unübertroffen.

Linzi hat gesagt…

Vor einigen Tagen war ich bei meiner Cousine zu Hause. Sie ist 8 Jahre alt und besitzt ziemlich viele Spielzeuge. Unter anderem lag da auf ihrem Schreibtisch eine Packung mit etwa 10 Glitzerstiften drin, in allen Farben. Im ersten Moment freute ich mich darüber, diese Stifte gefielen mir. Dann aber beachtete ich den Preis der Stifte: 10 Stifte kosten 7 Franken! Das heisst, ein Stift kostet 70 Rappen! Ich habe mir so einen Stift dann näher angeschaut und war erstaunt, dass so ein "ausgeklügelter" Stift mit Roller (wie ein Kugelschreiber) und dieser Glitzertinte nur 70 Rappen kostet! Natürlich wurde dieser Stift in China hergestellt und musste den ganzen Weg von dort hierher gebracht werden - auch in diesen 70 Rappen inbegriffen!

Alles, was ich daraus schliesse, ist, dass etwas nicht stimmt. Für sehr wenig Geld wird ziemlich viel Aufwand betrieben: Herstellung an einem günstigen Produktionsort und Transport von dort zum Verkaufsort. Ich denke, an diesen Abläufen waren einige Leute beteiligt, die für einen recht tiefen Lohn arbeiten müssen. Ebenfalls frage ich mich, ob es nachhaltig ist, tausende von Produkte von Asien nach Europa zu importieren...