In der Coopzeitung vom 26.2.2008 wird ein Coop-Geschäftsleitungsmitglied zum Klimaschutz interviewt. Coop hat sich zum Ziel gesetzt bis in 15 Jahren CO2-neutral zu werden.
Folgende Frage und Antwort aus dem Interview möchte ich näher betrachten:
Frage: "Was konkret bedeutet denn CO2-neutral?"
Anwort: "Es bedeutet, dass wir innerhalb von Coop so viel CO2 einsparen und kompensieren wollen, bis wir eine ausgeglichene CO2-Bilanz vorweisen können. Dies bezieht sich auf alle Bereiche, die in unserem vollen Einflussbereich liegen. Daher liegt der Fokus primar auf allen unseren Verkaufsstellen und Verteilzentren, dem Coop-eigenen Transportbereich, allen Produktionsbetrieben sowie allen Coop-Verwaltungseinheiten."
Meiner Meinung nach ist dies ein guter Ansatz. Doch um CO2-neutral zu werden, muss man über die Landesgrenzen hinaus planen. Was nützt es einem, wenn zwar Gebäude klimaneutral saniert oder neu gebaut werden, aber die Produkte von Übersee eingekauft werden. Mit dieser Aussage verfolgt Coop eine trügerischen Weg, der die Kunden auf den ersten Blick zwar beeindrucken mag und Vertrauen schafft. Wer sich aber über die Herkunft und Verarbeitung der ausländischen Produkte Gedanken macht, wird sehr schnell merken, dass dort auch ein enormes Potenzial an CO2-Einsparungen vorhanden ist.
Angenommen Coop würde nur noch regional-saisonale Produkte anbieten, würde sich das wahrscheinlich viel rascher auf die CO2-Bilanz auswirken; mit dem zusätzlichen Nebeneffekt, dass die Kundschaft gleichzeitig auch etwas zur CO2-Problematik beitragt.
Ich stufe den angestrebten Weg von Coop als "nett für das Image" ein, nicht aber als wirklich wirksam um der Co2-Problematik nachhaltig die Stirn zu bieten. Wie gesagt: wer nachhaltig wirken und handeln will, muss alle Geschäftszweige mit einbeziehen und nicht nur dort etwas bewegen, was nach aussen einen guten Eindruck vermittelt.
"Es ist nicht alles Gold, was glänzt!"
1 Kommentar:
Ich finde das einen wirklich guten und sehr mutigen Schritt von Coop. Klar ist der Ansatz auch gut für das Image, dies dürfte in diesem Fall aber nicht die einzige Überlegung gewesen sein.
Ich denke, hier meint es ein Betrieb wirklich einmal ernst, denn wenn man bedenkt, welche Summen investiert werden (nur schon um die Gebäude zu sanieren, aber es gibt noch viele weitere Punkt), kann man dies nicht mehr als Image-Politur werten.
Könnten sie mehr machen? Klar, dass könnte man immer. Aber Coop mit ihrem Ansatz viel weiter als alle anderen Lebensmittelläden der Schweiz gehen, ich finde man darf hier auch einmal lobende Worte finden.
Übrigens geht die Strategie eben viel weiter als nur die eigenen Gebäude in der Schweiz. Herr Loosli nennt im Artikel, dass zum Beispiel auch die Produktionsstätten berücksichtigt werden, kurz "auf alle Bereiche, die in unserem vollen Einflussbereich liegen".
Wie die Bananen im Urpsrungsland angebaut werden, kann wohl nicht direkt kontroliert werden. Die einfach nicht mehr einzukaufen, und gar keine Produkte von Übersee mehr anzubieten, halte ich für eine völlig überzogene Forderung! Denn dann würde einfach in einem anderen Laden gekauft werden, die Umsätze würden zurückgehen und Menschen würden ihren Arbeitsplatz verlieren. Nicht wirklich sozial. oder?
Nachhaltigkeit ist nicht nur Ökologie!
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